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TEEANBAU
AUF TAIWAN
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die "Wunderschöne" tauften die Portugiesen die, der südchinesischen
Stadt Xiamen (Amoy) etwa 200 km vorgelagerte, 36.000 qkm grosse Insel. Die
ersten Teepflanzen kamen etwa 1650 mit Bauern aus der Provinz Fudjian, welche
ihre arme Heimat verliessen, nach Taiwan. Die ersten Pflanzungen wurden
unweit der heutigen Hauptstadt Taipeh angelegt. Tee wird heute vor allen
in Zentraltaiwan in der Provinz Nantou, zu welcher auch das Ali-Shan und
Yu-Shan Gebirge gehören, angebaut. Hier gedeihen in ausgedehnten Hochtälern
- bis in eine Höhe von 2400 Metern - in kleinen, von Familien bewirtschafteten
Pflanzungen wunderbare Kao-Shan (Hochland) Oolongs, wie Dong-Ding, Ali Shan
Cha, Jin Shan Cha, Tikuanyin u.a. Die unglaubliche Geschmacksfülle
und Vielfalt, ihr betörender, blumig-süsser Duft, machen den Genuss
dieser Tees zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die Stadt Loku ist neben
Hsitou und Wu Xi eines der bedeutendsten Teeanbaugebiete und Handelszentrum
in Zentral -Taiwan. In Loku befindet sich Taiwans ältestes Teemuseum
und der Sitz der TTFA (Taiwan Tea Farmers Association). Im Norden der Insel
erstreckt sich das Yab Min Shan direkt bis an die Küste nach Pin Lin
und Kellung. Hier werden vor allem Pouchongs angebaut und produziert.
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Im
Hochland von Wu Xi, unweit des Ho Huan Shan- Massivs gedeiht ein hervorragender
Kao Shan Cha-Oolong
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Tee-Ernte
im Nantou-Gebiet.
Hier werden die bekannten Sorten Jin Shain, Tsui Yu
und auch der Tung Ding (nur bei Loku) kultiviert
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Formosa besitzt eine einzigartige
Teekultur, welche Teeliebhaber aus aller Welt in Entzücken versetzt.
Die Taiwan Tea Farmers Association hilft die Teekultur zu bewahren und
zu fördern. Sie veranstaltet zweimal im Jahr Teewettbewerbe, bei
denen die verschiedensten Tees nach strengen, festgelegten Qualitätskriterien
mit Hilfe eines Punktesystems von 1-100 von einer erfahrenen Jury bewertet
werden. Die besten werden mit einem entsprechenden Zertifikat ausgezeichnet,
welches dann stolz in den Teehäusern ausgehängt wird. Je höher
die erreichte Punktzahl und um so mehr Titel ein Teegarten vorweisen kann,
desto teurer wird der Tee später am Markt.

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GONG FU CHA
In Taiwan ist
die Kunst der Zubereitung von Tee nach der traditionellen Gong Fu Cha
Methode fester Bestandteil des täglichen Lebens fast aller Bevölkerungsschichten
und nicht wie im Süden Chinas nur einer elitären Schicht vorbehalten,
da der Lebensstandard wesentlich höher ist. Handwerklich perfekte,
kunstvoll gearbeitete Teetische, Keramiken und Zubehör sowie die
Verwendung bester Tees sind heute wichtige Gradmesser des sozialen Status
eines Taiwanesen (ähnlich dem Auto in Deutschland). Die Keramiken
aus Yixing oder Yingko sind ebenso geschmackvoll gearbeitet wie der
Teetisch aus
Zeder oder Rosenholz und das Teebesteck. (Teeschaufel, Teenadel, Teelöffel,
Trichter, Tuch). Zu der Trinkschale gehört auf Taiwan unbedingt
ein schmaler Duftbecher. Beides - Teeschälchen und Duftbecher werden
auf einem kleinen Rosenholztablett gereicht. So kann sich der Teeliebhaber,
bevor er sich am Geschmack des Tees erfreut, zuerst den wunderbaren
Duft des Tees geniessen, dem in Taiwan soviel Wert beigemessen wird.
Es ist ein beeindruckendes Schauspiel, sieht man einem Teemeister oder
einer Teeemeisterin dabei zu, wie flüssig und gelassen die Kanne
und Schalen im Wasserbad vorgewärmt, die Kanne mit Tee gefüllt
und dann wohltemperiertes Wasser in hohem Bogen über Tee und Kanne
gegossen wird.
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