Botanik und Teeanbau
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Herstellungsmethoden
Teezubereitung
       

SCHEMATISCHER ÜBERBLICK DER HERSTELLUNGSMETHODEN

Grün-, Weiss- und Oolongtee, Pu-Erh und Schwarztee durchlaufen verschiedene Stadien bei der Teerherstellung. Einen Überblick finden Sie in folgendem Schema

Fotos über die Herstellung
von Grüntee

HERSTELLUNG VON GRÜNTEE

Grüner Tee ist nicht fermentierter Tee. Man unterscheidet zwei verschiedene Verfahren: das des gedämpften Tees (Steaming Tea) - wird vor allen in Japan praktiziert - die Methode den Tee in Pfannen zu rösten (Panfired Tea) wendet man in China an.
Beim gedämpften Tee werden die Teeblätter mit heissem Wasserdampf behandelt. Beim gerösteten Tee werden die frisch gepflückten Blätter ca. 2 Stunden auf Bambussieben getrocknet und anschliessend in wok-artigen, mit Holz befeuerten Pfannen manuell kurz geröstet. Durch das kurzzeitige Erhitzen wird eine Fermentation unterbunden. Nach diesem Welkprozess wird das Blattgut nun in Form gebracht (gerollt, z.B. Ping Sui Zhucha), weitergetrocknet ( z.B. Bai Mu Dan) oder geröstet (z.B. Lung Ching). Meist jedoch werden die Blätter anschliessend in eine grosse rotierende Trommel mit einem Heizluftstrom von ca. 90°C gebracht und getrocknet, wobei sie einen Grossteil ihres Gewichts verlieren. Der Welkprozess ist äusserst wichtig für das spätere Aroma des Tees. Je nach Teesorte und traditioneller Überlieferung werden das Welken und Rösten evtl. mehrmals wiederholt bis die Blätter getrocknet sind. Später wird der Tee mittels Rüttelsieben oder wie bei den Spitzentees aus China per Hand sortiert.

HERSTELLUNG VON WEISSTEE

Bei der Herstellung von Weisstee werden nur die ungeöffneten Blattknospen verwendet. Es erfolgt ebenfalls ein Welkprozess auf beschatteten Bambussieben, bevor der Tee vorsichtig erhitzt und weiter getrocknet wird. Unter einem Korbgestell befindet sich ein Wok mit glühender Holzkohle. Auf das Korbgestell wird ein Bambussieb mit den zarten Blattknospen gestellt und diese dann langsam getrocknet. Es gehört sehr viel Erfahrung der Teemeister dazu einen zarten, duftigen Weisstee herzustellen.


HERSTELLUNG VON GELBEM TEE

Die Herstellung von Gelbem Tee verläuft ähnlich der des Weisstees, nur dass nach dem Welken ein kurzer, von Wärme unterstützter Fermentationsprozess eingeleitet wird. Bei der Herstellung von JIN SHAN YIN ZHEN Tee werden über 20.000 Blattknospen und über 70 Stunden Arbeitszeit zur Produktion von 500 g benötigt. Ein Herstellungsprozess welcher sich nur auf die Erfahrungen und das Geschick der Teemeister begründet.      

HERSTELLUNG VON OOLONGTEE
Seit der Ming-Dynastie ist Oolongtee (halbfermentierter Tee) bekannt. Das Verfahren zur Herstellung ist äusserst arbeitsintensiv und erfordert viel Erfahrung. Oolongtee wird hauptsächlich auf Formosa und in den süd-westlichen Provinzen Chinas (Fudjien) hergestellt. Der Ausdruck halbfermentierter Tee ist etwas irreführend. Manche Oolongs sind nur ganz leicht (etwa 12%) fermentiert, sogen. Pouchongs, andere bis zu 50 % ( z.B. Da Hong Pao). Nach dem Pflücken werden die Teeblätter in der Sonne für ca. 1-2 Stunden getrocknet. Dann kommt das Blattgut in grosse Bambuskörbe oder auf Siebe und wird geschüttelt um die Teeblätter an den Rändern aufzubrechen und einen teilweisen Fermentierungsprozess in Gang zu setzen. Die Blattränder verfärben sich jetzt kupferrot und die Blätter beginnen einen wunderbaren betörend süssen Duft zu verströmen. Je nach Sorte wird das Blattgut nun in einer Heiztrommel oder in anderen Konstruktionen bei ca. 70°C getrocknet.
Herstellung von Tikuan Yin (Eiserne Göttin der Barmherzigkeit) in Anxi (Fudjien)

Arbeiterinnen der Anxi Teemanufaktur sortieren per Hand Kao-Shan Oolong

Das fast trockene Blattgut wird dann auf Baumwolltücher geschüttet und zu Kugeln von ca. 25 cm Durchschnitt geformt. Diese Kugeln kommen für ca.10-20 Minuten in eine Walkmaschine, wo sie ständig unter Druck gerollt werden. Diese Vorgänge werden für manche Teesorten ein paar mal wiederholt. In einem abschliessenden Röstvorgang wird dem Tee die letzte Feuchtigkeit entzogen um ihn haltbar zu machen.

Es erfolgt nun eine penible Sortierung per Hand in der alle Stiele sowie unförmige oder verbrannte Blätter aussortiert werden. Mindere Qualitäten werden jedoch maschinell sortiert.