Botanik und Teeanbau
Biochemie der Teepflanze
Fermentation
Herstellungsmethoden
Teezubereitung
Tee wird seit fast 2000 Jahren kultiviert. Die ersten Teegärten gab es in oder in der Nähe chinesischer Klöster. Lange Zeit blieb Tee das Getränk des Kaiserhofs. Mit dem Enstehen einer Mittelschicht verbreitete sich der Teegenuss in China jedoch mehr und mehr. Heute ist Tee das Getränk in der Volksrepublik.
In den ehemaligen Kolonien der Engländer, Franzosen, Holländer (Indien, Ostafrika, Indonesien) wird Tee als typisches Kolonialprodukt seit ca. 150 Jahren angebaut. In der Kolonialzeit nutzte der Teeanbau der einheimischen Bevölkerung wenig. Das Produkt war den elitären Schichten in den Mutterländern vorbehalten.
Durch die Nationalisierung vieler Plantagen ist Tee heute für die Menschen in den Erzeugerländern ein "alltäglicher Genuss". Für einige Regionen (Darjeeling) oder Länder (z.B. Sri Lanka) ist Tee wichtigstes Exportgut und Devisenbringer.
Tee wird heute in vielen Ländern der Welt (zwischen dem 42. nördlichen Breitengrad - Georgien - und dem 27. südlichen Breitengrad - Argentinien- ) angebaut, wo die klimatischen Voraussetzungen gegeben sind. Tee liebt eine lange Sonnenscheindauer, hohe Luftfeuchtigkeit, viel Regen und einen Boden mit einem pH wert zwischen 5-6, welcher tief und durchlässig ist.
Insgesamt gibt es weltweit ca. 3000 verschiedene Teesorten, welche sich deutlich in Farbe, Geschmack, Aussehen, Herstellungsmethoden u.v.a.m. unterscheiden.

TEEZÜCHTUNG

Die Vermehrung der Teepflanze erfolgt heute vegetativ - durch Stecklinge - früher durch Samen. Die Jungpflanzen wachsen von Netzen beschattet 3 Jahre heran und werden dann in Form geschnitten. Dadurch wird das Wachstum stimuliert und die Pflanze bildet ständig neue Triebe aus. Ab dem 4. Jahr kann der in Tischform geschnittene Teestrauch während der Vegetationsschübe je nach Wetterlage mehr oder weniger regelmäßig "geerntet" werden. Teeanbau ist bis in eine Höhe von 2200m möglich. Gepflückt werden die zwei jüngsten Blätter und die Blattknospe "two leaves and the bud". Durch Kreuzung von Pflanzen verschiedener Populationen entstehen Hybride. Die Nachkommen der einzelnen Pflanzen aus Stecklingen werden als Clone bezeichnet. Sie haben genau die gleichen genetischen Eigenschaften wie die Mutterpflanze.

Jungpflanzen wachsen von Netzen beschattet 3 Jahre heran
"two leaves and the bud"
Es gibt vor allen zwei Ziele bei der Neuzüchtung von Teepflanzen: Ertrag oder Qualität des geernteten Blattguts. All diese Selectionen sind recht langwierig und schwierig. Die Selektion nach Ertrag beurteilt nur die Blattgrösse, Blattanzahl, Wuchsfreudigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber verschiedenen Krankheiten. Bei der qualitativen Selektion stehen das Aroma und die Farbe des Aufgusses im Vordergrund. Kleinblättrige, leicht behaarte Teeblätter bringen viel bessere Qualität als grosse, haarlose. Auch pigmentierte Blätter scheinen eine bessere Qualität zu liefern als blassgrüne. Blätterhybriden bestimmen heute das Bild "modern" bewirtschafteter Teeplantagen. Teesträucher bleiben zumeist über Jahrzehnte hinweg in Bewirtschaftung, es sei denn sie verholzen zu stark. Dann erfolgt ein Rückschnitt, welcher die Teepflanze zum Neuaustrieb anregt.

Viele Teegärten in Darjeeling pflegen immer noch einen Grossteil der ursprünglichen Bepflanzung aus der Anfangszeit des Teeanbaus vor über 150 Jahren. Bei einigen Grünteeplantagen in China oder den hochfeinen Oolongkulturen in den Bergen Taiwans werden extrem junge Pflanzen genutzt, welche maximal 5 Jahre stehen bleiben und dann gerodet werden. Die neue Generation benötigt dann 3 Jahre intensiver Pflege ehe sie das erste mal geerntet werden kann.